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Ideenfindung und Kreativmethoden

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Ideenfindung und Kreativmethoden in der Innovationswerkstatt mit strukturierten Entwicklungsprozessen

Lösungsräume bewusst erweitern

Die vorhandene Seite „Phasen der Leistungsentwicklung“ beschreibt die Entwicklung von Lösungsansätzen bereits als zweite wesentliche Phase der Innovationswerkstatt und nennt unter anderem Brainstorming, Mindmapping und Moderationsmethoden.

Diese Ideenphase sollte jedoch methodisch stärker von spontaner Diskussion abgegrenzt werden.

Ideenentwicklung und kreative Innovationsmethoden

Zunächst Ideen erzeugen, später bewerten

Eine der wichtigsten Regeln kreativer Arbeit lautet, Ideengenerierung und Bewertung zeitlich zu trennen.

Wird jede Idee unmittelbar mit Aussagen wie „zu teuer“, „geht bei uns nicht“ oder „haben wir schon versucht“ kommentiert, verengt sich der Lösungsraum schnell.

In der ersten Phase geht es deshalb zunächst um Vielfalt.

Bewertung erfolgt später.

Unterschiedliche Kreativmethoden gezielt einsetzen

Nicht jede Fragestellung benötigt dieselbe Methode.

Brainstorming eignet sich für eine schnelle Sammlung vieler Lösungsansätze.

Brainwriting gibt auch zurückhaltenderen Teilnehmern Raum, Ideen zunächst schriftlich zu entwickeln.

Mindmapping hilft, Zusammenhänge zwischen unterschiedlichen Lösungsfeldern sichtbar zu machen.

Perspektivwechsel fordert Teilnehmer auf, das Problem beispielsweise aus Sicht eines Nutzers, Dienstleisters oder technischen Betreibers zu betrachten.

Reverse Thinking fragt bewusst, wie man das Problem noch schlimmer machen könnte – und leitet daraus anschließend Gegenmaßnahmen ab.

Die Methode sollte zur Aufgabe passen und nicht zum Selbstzweck werden.

Bestehende Lösungen als Ausgangspunkt nutzen

Innovation bedeutet nicht zwingend, etwas weltweit Neues zu erfinden.

Im Facility Management liegt erheblicher Nutzen häufig darin, bekannte Technologien oder Prozesse auf einen neuen betrieblichen Kontext zu übertragen.

Die Werkstatt sollte deshalb gezielt fragen:

  • Wie lösen andere Branchen das Problem?

  • Was machen andere Standorte bereits?

  • Welche vorhandenen Systeme können besser genutzt werden?

  • Welche bestehenden FM-Prozesse lassen sich kombinieren?

So entsteht Innovation auch durch intelligente Rekombination.

Technische und organisatorische Ideen gleichwertig behandeln

Bei FM-Innovationen wird häufig zuerst an Software, Sensorik oder Automatisierung gedacht.

Die beste Lösung kann jedoch organisatorisch sein.

Beispielsweise kann ein unübersichtlicher Freigabeprozess möglicherweise durch weniger Prozessschritte verbessert werden, ohne neue Technologie einzuführen.

Daher sollten Lösungsfelder bewusst differenziert werden:

  • Prozess,

  • Organisation,

  • Technik,

  • Digitalisierung,

  • Vertrag,

  • Qualifikation,

  • Kommunikation.

Randbedingungen zeitweise ausblenden

Manche Kreativphasen profitieren davon, Einschränkungen zunächst bewusst zurückzustellen.

Eine Frage kann beispielsweise lauten:

„Wie würden wir diesen Prozess gestalten, wenn wir heute völlig neu beginnen könnten?“

Erst danach wird geprüft, welche Teile mit realen Rahmenbedingungen vereinbar sind.

Dadurch werden Lösungen sichtbar, die bei rein inkrementellem Denken möglicherweise verborgen bleiben.

Ideen nachvollziehbar dokumentieren

Ideen sollten nicht nur auf Moderationskarten stehen und nach dem Workshop verschwinden.

Für jede interessante Idee können kurz festgehalten werden:

  • Bezeichnung,

  • Grundgedanke,

  • erwarteter Nutzen,

  • notwendige Voraussetzungen,

  • offene Fragen.

So entsteht ein Ideenpool.

Keine vorschnelle Konsenssuche

Das Ziel der Ideenphase ist nicht, dass sich alle schnell auf eine Lieblingslösung einigen.

Mehrere konkurrierende Ansätze sind ausdrücklich wertvoll. Erst die anschließende Bewertung zeigt, welche Lösung weiterverfolgt werden sollte.

Kreativität systematisch ermöglichen

Eine Innovationswerkstatt schafft damit nicht einfach einen Raum, in dem Menschen „kreativ sein sollen“.

Sie schafft eine methodisch geführte Situation, in der bestehende Denkgrenzen vorübergehend erweitert und unterschiedliche Lösungswege bewusst erzeugt werden.

Die Qualität der späteren Entscheidung hängt wesentlich davon ab, ob vorher tatsächlich mehrere ernsthafte Alternativen entwickelt wurden.